Vogelsberger Weinbergfreunde Wingershausen e.V.


Idee und Gründungsphase


Im Jahre 2011 erblickte in Wingershausen in Folge der Klimaerwärmung und im Vorfeld der 1000-Jahrfereier die Idee das Licht der Welt den im Mittelalter historisch nachgewiesenen Weinanbau in Wingershausen wiederzubeleben, den Spuren des Weinbaus in die Vergangenheit zu folgen sowie alte Traditionen in der Gegenwart wiederaufleben zu lassen und diese der Öffentlichkeit vorzustellen.

Die Einsicht, dass die Bürger der Dörfer des Vogelsberges auf Grund der demografischen Entwicklung  zunehmend ihre Geschicke und die Gestaltung des dörflichen Lebens selbst in die Hand nehmen müssen, hat eine Reihe von Bürgern bewogen das Projekt im Rahmen eines Vereins  zu realisieren.

Der Ortsbeirat , die Stadt Schotten und viele Bürger unterstützten die Idee. Ein positives Votum gaben ebenfalls die Bewertungskommissionen von IKEK und der Aktion „Unser Dorf hat Zukunft“ ab. Fachliche Beratung durch Mitarbeiter der Rebforschungsanstalt in Geisenheim war gegeben und die Stadt Schotten stellte ein  Grundstück per Gestattungsvertrag zur Verfügung.

Das Projekt soll die Dorfgemeinschaft stärken ; die  Lebensqualität  der  Bürger erhöhen und das Ortsbild positiv prägen.

Nach Auskunft  von Weinbauexperten ist der vorgesehene Standort für den Anbau von Reben geeignet.  Die Klimaprognose des Potsdam Instituts für Klimaforschung für das Naturschutzgebiet  Wingershäuser Schweiz ist ermutigend.
Der Weinberg wird weithin sichtbar  sein und  das Ortsbild positiv prägen. Er lädt zum Verweilen ein, denn man von dort einen wunderschönen Blick ins Tal der Eichel .
Er soll als ganzjährige Begegnungsstätte  ein Ort der Kommunikation sein. 
Die Bürger von Wingershausen haben ein gemeinsames Projekt, mit dem sie sich identifizieren können.
Unter Naturschutzgesichtspunkten ist ein  ökologisch betriebener Weinberg  positiv zu werten, wie durch verschiedene Studien nachgewiesen wurde. Er verbessert die Lebensbedingungen  wärmeliebender Tier- und Pflanzenarten und trägt zur Artenvielfalt bei.
Wingershausen erhält durch den Weinberg zusätzlich zur seiner Kirche, der weithin bekannten Mohrenkopffabrik Keil und seines Naturschutzgebietes ein weiteres Alleinstellungsmerkmal.Diese Wingershausener  Besonderheiten werden in das Tourismuskonzept der Stadt Schotten Eingang finden.
Die Wiederbegründung des schon im Mittelalter in Wingershausen  nachweislich betriebenen Weinbaus soll anlässlich der 1000- Jahrfeier im Jahre 2016 gebührend gefeiert werden.

Zu beachten waren  EU - und nationales Recht für „Hobbyweinberge“. Danach ist es  Einzelpersonen erlaubt unter Einhaltung bestimmter Vertragsbedingungen, auf einer Fläche bis zu 100 qm Weinreben  anzupflanzen . Maximal  zwanzig solcher Parzellen dürfen sich zu  einem gemeinsamen Weingarten zusammenschließen.

Am 30. März 2012 fand im Dorfgemeinschaftshaus zu Wingershausen die Gründungsversammlung des Vereins: „ Vogelsberger Weinbergfreunde Wingershausen e.V.“ statt.  Acht Gründungsmitglieder beschlossen die Satzung und wählten den ersten Vorstand. Zum  Vorsitzenden   wurde der Spiritus rector des Projektes  Georg-Peter Hagedorn gewählt.

Bild 1: Gründungsmitglieder : Harald Brittner, Jens Kaufmann, Wolfgang Zenk, Korinna Theiß, Dirk Harke, Axel Steinhäuser, Georg-Peter Hagedorn (Vors.) und Thomas Christ (v.l.)

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Entwicklung des Vereins

 

Der Verein entwickelte sich in den drei Jahren nach seiner Gründung unerwartet sehr schnell weiter. Heute , drei Jahre nach seiner Gründung hat er 41 Mitglieder davon sind  29 Weinbauern und 12 Fördermitglieder und bewirtschaftet die maximal zulässige Anahl von  20 Parzellen .  Hier eine kurze Chronologie:

2012    Verabschiedung einer Weinbergs- und Beitragsordnung.
    Entbuschung einer Fläche für die ersten acht Parzellen. Einmessung der Parzellen.
    Die Zahl der Weinbauern betrug Ende 2012  dreizehn ,die sich die acht Parzellen     teilten.
    Die Parzellenflächen sind und bleiben  Eigentum der Stadt Schotten, Drahtrahmen und     Reben Eigentum des     Weinbauern. Letztere hat seine Parzelle  im Rahmen der      Weinbergordnung zu pflegen hat.

2013    Die ersten 480 Reben der für den Vogelsberg geeigneten roten Sorten Rondo und Bolero     wurden am     letzten Maiwochenende 2013 auf den ersten acht Parzellen gepflanzt.
    Durchführung von Rodungs- und Entbuschungsarbeiten für die Parzelle 9 bis 20.
    Die Zahl der Weinbauern wuchs bis zum Jahresende  auf 27. Die Gesamtzahl auf 39.
    Alle 20 Parzellen waren Ende 2013 vergeben.

Bild2 : Die erste Rebe wird vom Vorsitzenden  Georg-Peter Hagedorn und Bettina Lindner von der Rebforschungsanstalt in Geisenheim gesetzt.

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2014    Entnahme von Bodenproben mit anschließender Parzellendüngung gemäß den Empfehlungen der     LUFA. Am 19.April 2014 wurden 720 Reben der roten Sorten Rondo, Bolero und die weiße Sorte Solaris gepflanzt. Die Zahl der Reben beträgt nach Ausbauende 1200.   

Bild 3: Entbuschungsarbeiten auf  dem Weinberg 

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Bild 4: Weinbauern unterbrechen ihre Arbeit  für ein Foto

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2015    Bau der Drahtrahmen auf den Parzellen 9 bis 20.
    Errichtung eines Weinbergpavillons, der gesellschaftlichen und kulturellen Zwecken dienen soll.
    Der Verein hatte am Jahresende 2015 neunundzwanzig Weinbauern und 12 Fördermitglieder,     insgesamt 41     Mitglieder.
   
Bild5: Lageplan der 20 jeweils 100 qm großen Parzellen auf dem Weinberg

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Gegenwart und Zukunft

Nach der endgültigen Gestaltung des Weinberges werden sich die Weinbauern der Herstellung des Weines befassen und geeignete Räumlichkeiten für den Kellerei betrieb suchen. Der Name für die Lage „ Wingershäuser Kirchblick“ wurde bereits beschlossen. Darüber hinaus sind auf dem Weinberg vorgesehen und ein Tag der offenen Tür. Auch sollen Informationen und historischen über den Weinbau im Vogelsberg durch Vorträge und Informationstafel verbreitet werden. Das gesellige und fröhliche Leben auf dem Weinberg wird dabei sicherlich nicht zu kurz kommen